Nachdem ich in letzter Zeit Schwierigkeiten habe, irgendeine Form von Rezension in halbwegs verständlicher Form ins Internet zu bringen,
versuch ich die unverständliche. Hier ein paar abgerissene Sätze zu einem der Buch. Ich habe es gelesen. Hier ist mein Eindruck...
Mein erstes Steampunk Buch: "Die Glasbücher der Traumfresser" (OT: The Glass Books of the Dream Eaters, 2006) von Gordon Dahlquist.
Steampunk, die lustige Verbindung von viktorianischem Lebenstil und wahnwitzigen Dampfmaschinen, war bisher kein Genre mit magischer Anziehungskraft für mich. Und das wird sich wahrscheinlich auch nicht ändern. Ein Grund dafür ist sicher, dass für mich angestaubte Seele die original viktorianische Literatur aufrregend genug ist.
Drei Charaktere, wie sie kaum unterschiedlicher sein könnten, werden in einen Strom von unerklärlichen Ereignissen hinein und dadurch zu einander hingezogen. Da ist die propere Miss Temple, die plötzlich ohne Erklärung von ihrem Verlobten verlassen wird. Aber so ein Fräulein von einer Südseeinsel lässt sich das nicht so einfach bieten und stellt Nachforschungen an. Cardinal Chang wiederum ist ein "Problemlöser" oder Auftragkiller, der durch seine Beruf und die Liebe zu einer Prostituierten Teil der Geschichte wird. Und der Arzt Abelard Svenson verliert seinen Schützling, den Kronprinzen von Mecklenburg. Alle drei sehen sich einer misteriösen Gesellschaft gegenüber, die es durch einen Maschine schafft, den Menschen ihren freien Willen (?) zu berauben, ihnen dadurch aber auch unheimliche Freiheit schenkt (...so oder so ähnlich... wirklich erklärt wird die Prozedur eigentlich nicht). Den einzigen Personen, denen sie trauen können sind sie selbst - dadurch müssen sie sich aber auch erst einmal finden. Gemeinsam könnten sie stark genung sein, dieser Geheimgesellschaft die Stirn zu bieten. Nachdem sie sich endlich am selben Ort befinden, wird die traute Dreisamkeit aber schnell durch einen (eher unerklärlichen ) Eifersuchtsanfall von Miss Temple wieder aufgelöst... Sei läuft ohne Erkärung von dannen und Svenson und Chang laufen getrennt dem verrückten Frauenzimmer hinterher... (die Wendung scheint mir etwas altbacken, aber es anzunehmen, dass "damals" die Frauen noch unlogischer waren und dieses spezielle Exemplar sowieso schon unglaublich selbstständig und wehrhaft ist. Da müssen ein paar übertrieben Emotionen sein, sonst geht die Weiblichkeit ja komplett verloren...)
Ansich ist das Buch ja schon spannend, wie eine Spionagegeschichte im viktorianischen Fantasyland. Und den Titel finde ich ja sehr großartig - deswegen habe ich das Buch überhaupt gelesen. Aber im letzten Drittel wurde es mir dann doch zu langatmig. Es wurde zu langwierig versteckt, verfolgt, bedroht, aus unmöglicher Situation gerettet, verfolgt, versteckt... ohne das zu einem wirklichen Ergebnis kommt. Selbst James Bond hätte da zumindes mal einen Powernap und eine Kopfwehtablette gebraucht.
Ein bisschen sexy ist auch dabei; aber mehr andeutungsweise. Es werden ziemlich oft Vorrichtungen mit Lederriemen gefunden und vor allem bei Frauen scheint das Verfahren der geheimnisvollen Gegner vor allem zu einer erhöhten Libido zu führen. Das ist aber eigentlich auch das einzige, was man über den "Prozess", wie es im Buch genannt wird, erfährt. Nachdem das eigentlich der Motor für die ganze Geschichte ist, wäre es nett gewesen ein bisschen mehr zu verstehen, was mit den Leuten da eigentlich passiert... Aber es gibt ja einen zweiten Teil. Aber ob ich den lese, ist momentan noch fraglich. Aber den Titel finde ich wirklich schön.
Sonntag, 27. Juli 2014
Sonntag, 29. Juni 2014
literarische musik...
kate bush - wuthering heights
suzanne vega - calypso ("odyssee")
annie lennox - into the west ("lord of the rings")
Sonntag, 1. Juni 2014
Zwischenspiel | Unprofessioneller Lückenfüller
Die Temperaturen werden sommerlicher und plötzlich sammelt sich Staub im Bloguniversum. Hier ist ganz viel Staub, aber mein blasser Teint behauptet, dass das sicher nichts mit meinen Freizeitaktivitäten zu tun hat. Im Gegenteil - gelesen wird fleissig, aber sobald ich meine unkonventionelle Meinung dem Internet kund tun will, werde ich müde. Oder bekomme Hunger. Und eigentlich ist das Wetter ja auch gar nicht so schön.
Jedenfalls dachte sich dann die
....mein Fund der Woche. Dieses Ding hat mein Herz wirklich höher schlagen lassen. Ich wußte nicht, dass es sowas gibt (und die Kassiererin beim Müller wußte nicht, dass sie so etwas verkaufen). Aber auf euch Deutsche ist Verlaß (es handelt sich um ein Produkt der Firma Faller). Dieser ca. 8 cm große Besen ist ein Wekzeug zur Reinigung von Haarbürsten. Der kleine Rechen holt da jeden noch so kleinen Staubflusen raus und lässt eine sehr glückliche Bürstenbesitzerin zurück. Die Aufregungen die ich jeden erlebe, sind nichts für Spatzenherzen.
Falls jemand an dieser Stelle jetzt doch plötzlich große Sehnsucht nach mehr Wissen um die Kim & Kanye Hochzeit und deren "Torre di Bagni Oro" (zu deutsch: goldener Toiletten Turm) verspürt, hier entlang -> K&K Hochzeitsextravaganza
Hier trennt sich dann wohl die Spreu vom Weizen und nur die wirklich gefestigten Persönlichkeiten begleiten mich weiter...
Es ist nämlich so. Im Februar hatte eine sehr gute Freundin Geburtstag. Das ist bei ihr jedes Jahr so und im Jänner war ich mir dieser Tatsache auch noch durchaus bewusst. Und weil es Winter war, dachte ich mir selbstgestrickte Socken wären ein wahnsinnig aufmerksames Geschenk. Und so ein Socken ist auch schnell fertig. Ein Socken ist aber eine einsame Sache und die Muse für den zweiten wollte sich einfach nicht einstellen. Der Februar kam, der Februar ging, Socke und Geburtstag waren tief im Unterbewußtsein vergraben und wurden da auch erst letzthin wieder ausgegraben. Jetzt befindet sich ein etwas ungleiches Sockenpaar (ich stricke im Jänner anders als im Mai) via Post auf dem Weg zu ihr. Deswegen gibts hier nur ein Zeichnung von Socken, damit das nicht zu abstrakt wird. Das sind auch nicht die Nadeln mit denen ich gestrickt habe. Das sind bloß die schönsten Nadeln, die ich besitze und wer weiß wann sich wieder so eine gute Gelegenheit bietet. Kurz habe ich überlegt empört der Post die Schuld für die verspäteten Geburtstagssocken zu geben, mich inzwischen aber doch für die ehrlich Variante entschieden. Ich hab ihr auch großzügig angeboten, die Socken für eine Kunstausstellung (sie leitet einen Ort wo so etwas ab und zu vorkommt) zu verwenden, falls der ursprüngliche Sockenzweck sich nicht erfüllen sollte. Mein vorgeschlagener Titel "Frau mitte 30. Ohne Kinder".
Ich denke es ist inzwischen jeder geneigten Leserin/jedem geneigtem Leser klar, dass mein Leben ein einziger Tumult ist, wo Höhepunkte sich die Türklinke in die Hand geben, die Situation allgemein verzwickt ist und ich wirklich nicht überall gleichzeitig sein kann. Als Versöhnungangebot hier noch zwei schlechte Fotos von unterschiedlich hübschen Büchern:
"Wildwood", geschrieben von Colin Meloy und illustriert von Carson Ellis (Balzer + Bray).
Sehr liebevoll gestaltetes Buch mit schönen Illustrationen. Leider, leider habe ich die Befürchtung, dass er Inhalt etwas zu langatmig sein könnte. Aber ich werde sehen.
uuuuuuuuuund Skulduggery ist zurück in meinem Leben. Wir brauchten etwas Abstand, aber ich bin wieder voller Liebe. Derek Landy hat sich mit dem sechsten Band wieder etwas in Schwung geschrieben. Und die Gestaltung der Bücher ist einfach genial. Eine Zierde für jede Bibliothek.
P.S.: als kleine Zugabe und krönenden Abschluss - auch ich kann Essensfotos:
Vegane Peanut Butter Cups. Waren ausgezeichnet.
Sonntag, 4. Mai 2014
'Zu zweit tut das Herz nur halb so weh' von Julie Kibler
Das Buch 'Zu zweit tut das Herz nur halb so weh' war ein sehr nettes Geschenk von Isabelle akà Papyrus von "Alles nicht so wichtig". Es hatte eine etwas schwierige Anreise, weil es anscheinend so gar nicht recht zu mir kommen wollte, aber inzwischen haust es schon eine Weile bei mir und eines Sonntags im April hab ich mich dann auch daran gemacht es zu lesen.
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| Piper Verlag |
Es ist die Geschichte von Isabelle, 89 Jahre, und ihrer Afro-Amerikanischen Friseurin Dorrie, die einander freundschaflich verbunden sind. Daher begleitet Dorrie Isabelle auf eine Autoreise von Arlington nach Cincinnati zu einem Begräbnis. Auf dieser Reise erfährt man von Isabelles Jugendzeit in Kentucky in den 30ern des 20. Jahrhunderts und von ihre ersten (und einzigen) großen Liebe.
Eigentlich ist diese Art von Büchern ja genau meins. Ich mag tragische Liebesgeschichten und Bücher, die in den Südstaaten spielen. Eigentlich perfekt. Noch dazu ein Buch, dass eine etwas beschwerlich Reise hinter sich hat und mich dran erinnert, wie schön es sein kann via Internet mit anderen (lesebegeisterten) Menschen in Kontakt zu treten. Aber leider... das schriftstellerische Debut von Julie Kibler hat mich etwas kaltgelassen. Bevor ich näher auf die Gründe eingehe vorweg eine Warnung an alle, die das Buch noch gerne lesen wollen - in diesem Fall lassen sich für mich "Spoiler" kaum vermeiden. Also mit Vorsicht geniessen beziehungsweise folgt dann noch rechtzeitig eine Warnung.
Zuerst zu den positiven Dingen - die Geschichte liest sich zügig ohne mühsamen Längen und grundsätzlich mochte ich die Freundschaft zwischen Isabelle und Dorrie. Ich hätte mir da sogar etwas mehr Tiefgang gewünscht über die Schwierigkeiten und Gemeinsamkeiten, die sich durch ihre komplette verschiedenen Lebenswelten ergeben.
Aber zur eigentlichen Liebesgeschichte zwischen der 17jährigen Isabelle und dem Sohn der farbigen Hausangestellten. In den 30ern in Kentucky ein Ding der Unmöglichkeit, aber Isabelle lässt sich durch nichts und niemanden aufhalten. In ihrer Liebe zu Robert ist sie waghalsig bis fast zur Dummheit. Und Robert ist einfach nur perfekt - wohlerzogen, intelligent, ambitioniert. Obwohl er sich den Gefahren für sich und seine Familie mehr bewusst scheint, so ist auch er bereit alles hinter sich zu lassen für seine große Liebe.
-Soweit bin ich auch noch dabei - nicht die glaubwürdigst beschriebene Liebesgeschichte aller Zeiten, aber ich bin durchaus auch für etwas mehr Gefühl und weniger Realität bei romantischen Dingen. Aber dann beginnt mich Isabelle zu ärgern und damit ging auch jegliche Sympathie für sie verloren. (Achtung - ab jetzt wird dann zu viel von der Geschichte verraten)-
Isablle und Robert heiraten heimlich, werden aber entdeckt und Isabelle wird in ihrem Elternhaus eingesperrt und wie eine Aussätzige behandelt. Was Robert passieren wird, kann man nur befürchten. Isabelle ist schwanger, bekommt ihr Kind aber zu früh und es stirbt. Nachdem sie nun alles verloren hat, Kind und Robert, darf Isabelle wieder das Haus verlassen. Sie sucht sich einen Job und zieht von zu Hause aus. Und diese Isabelle, die in der ersten Hälfte des Buches fast übertrieben mutig war, macht nun einfach gar nichts. Weder versucht sie die Krankenschwester, die bei der Frühgeburt dabei war, zu kontaktieren um vielleicht das Grab ihres Kindes zu besuchen, noch versucht sie Robert eine Nachricht über ihre Situation zukommen zu lassen. Viel mehr glaubt sie einer vagen Andeutung seiner Schwester, dass er sich bereits eine neue Freundin zugelegt hat. Warum auch nicht.
Natürlich könnte es sein, dass sie durch ihre Erlebnisse einfach bis zur Erstarrung traumatisiert ist, aber so richtig erstarrt ist sie ja nicht. Sie arbeitet, sie geht aus und sie lernt einen Mann kennen. Sie liebt ihn zwar nicht, aber sie heiratet ihn dann trotzdem. Und ab diesem Zeitpunkt war es zwischen mir und Isabelle vorbei. Man kann mir doch nicht vorher die dramatische-wir-gegen-den-Rest-Liebe verkaufen und dann einfach mal jeman anderen heiraten. Es gibt keinen Grund für diese Hochzeit. Isablle hat einen Job, ein Dach über den Kopf, sie liebt jemand anderen. Emotional spricht alles gegen diese Hochzeit. Eine böse Vermutung ist, dass es sich vielleicht um einen Kunstgriff der Autorin handelt um noch etwas mehr Dramatik ins Geschehen zu bringen (
Julie Kibler wurde übrigens zu der Geschichte von ihrer Großmutter inspiriert, die sich in ihrer Jugend in einen jungen Farbigen verliebt hatte, aber deren Beziehung von ihrer Familie strikt unterbunden wurde.
Vielen lieben Dank noch einmal an Isabelle - ich wollte das Buch unbedingt lesen und es war sehr toll, es geschickt bekommen zu haben. Wer auch immer über diesen Text stolpert und Isabelles Blog "Alles nicht so wichtig" noch nicht kennt - unbedingt besuchen. Wunderschöner Blog mit Büchern, Reisberichten und tollen Fotos.
Montag, 28. April 2014
Cold Comfort Farm von Stella Gibbons
“The education bestowed on Flora Poste by her parents had been expensive, athletic and prolonged; and when they died within a few weeks of one another during the annual epidemic of the influenza or Spanish Plague which occurred in her twentieth year, she was discovered to possess every art and grace save that of earning her own living.”
Als die äußerst vernünftige und ordnungsliebende Flora mit 19 Jahren plötzlich zur Vollwaise wird, entscheidet sie in nächster Zeit einmal einen von ihren vielen Verwandten auf der Tasche zu liegen. Ihre Wahl fällt auf Cousine Judith, die mit ihrem Brief voll geheimnisvoller Andeutungen über angetanes Unrecht Floras Interesse weckt.
“Well,' said Mrs Smiling, 'it sounds an appalling place, but in a different way from all the others. I mean, it does sound interesting and appalling, while the others just sound appalling.”
Sie macht sich also auf den Weg ins tiefste Sussex zur Cold Comfort Farm, wo sie auf die leidende Judith und ihren Mann, den Feuer und Verdammnis predigende Amos, deren Söhne, den lüsternen Seth und den verzweifelten Reuben und vor allem auf Tante Ada Doom, die seit 20 Jahren ihr Zimmer nicht mehr verlassen hat und mit eisernem Willen das Schicksal aller auf Cold Comfort Farm regiert, trifft.
Aber das ist genau die Art Umgebung die Flora aufblühen lässt, denn nichts liebt sie mehr als Dinge und Menschen zu ihrem Besten zur organisieren.
“You have the most revolting Florence Nightingale complex,' said Mrs. Smiling.
It is not that at all, and well you know it. On the whole, I dislike my fellow beings; I find them so difficult to understand. But I have a tidy mind and untidy lives irritate me. Also, they are uncivilized.”[Flora]
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| Pinguin Classics/Gestaltung Roz Chast |
"Cold Comfort Farm" ist ein wahnsinnig humorvolles Buch. Und obwohl es erstmals 1932 veröffentlicht wurde und als eindeutige Satire zu den in dieser Zeit sehr beliebten verhängnisvollen und dramatischen Romanzen im ländlichen Raum alà D. H. Lawrence oder Thomas Hardy zu verstehen ist, so ist es doch nicht zwingend einfach ein Kind seiner Zeit. Man kann das Buch durchaus auch als zeitgenössische Person im deutschsprachigen Raum des 21. Jahrhunderts lesen und sich köstlich amüsieren. Es ist einfach wunderbar wie Gibbons diese geradlinige Flora in diese von unausgesprochenen Vergangenheiten und anderen Wirrnissen geprägte Welt setzt und sie dort Ordnung schaffen lässt - einfach mit etwas Realität und "common sense". Wir alle haben sich schon Bücher gelesen, wo man die Protagonisten anbrüllen möchte, dass sie doch einfach einmal den Mund aufmachen oder einfach nachrfragen oder einfach wie eine normal Person agieren sollen. Etwas Geheimnis und Mysterium brauchen wir alle, aber manche Bücher überspannen den Bogen und dann wird alles zu künstlich und aufgesetzt. Das passiert in jedem Genre. Und dann wünscht man sich eine Flora Poste, die einmal gründlich durchfegt. Das Buch ist trotz seines Alters wirklich erfrischend und es gibt genug Szenen, die an die eine oder andere eigene Erfahrungswelt erinnern.
Wie so oft weiß ich natürlich nicht, wie es um die Qualität der deutschen Überetzung bestellt ist, aber wenn möglich soll man sich immer trauen, Bücher in ihrer Originalfassung zu lesen. Das macht oft mehr Freude als
Cold Comfort Farm Trailer (1995)
Sonntag, 6. April 2014
Meine ersten Leseschritte...
Nachdem 2014 bei mir ohne Absicht im Zeichen der Kinder- beziehungsweise Jugenbücher steht, liegt es irgendwie nahe sich daran zu erinnern was man als tatsächliches Kind so an Büchern konsumiert hat. In meiner Erinnerung ist mein erstes "selbst gelesenes" Buch dieses hier:
Erstmals erschienen ist der böse
Hatschi Bratschi anscheinend im Jahr 1904, geschrieben vom
österreichischen Marineoffezier Franz Karl Ginzkey.
Das "selbst gelesen" steht deswegen unter Anführungszeichen, weil ich damals noch gar nicht lesen konnte, aber ich mir das Buch so oft vorlesen ließ bis ich es auswendig konnte und dann habe ich eben so getan als ob... das ich für eine glaubwürdige Darstellung auch einmal umblättern hätte müssen, war mir da nicht so klar. Eine Textstelle ist mir heute noch im Kopf...
Drin sitzt, die Pfeife in der Hand
Ein Zauberer aus dem Morgenland*.
Der böse Hatschi Bratschi heißt er,
Und kleine Kinder fängt und beißt er.
O Fritzchen, Fritzchen, lauf davon,
Sonst kommst du in den Luftballon!
Ach, Hatschi Bratschi hat ihn schon!
Er hat ihn schon und hält ihn fest,
Weil er mit sich nicht spaßen läßt.
Da werden in Reimform schon mal die zukünftigen Ängste indoktriniert. Als Kind war mir das natürlich nicht so bewusst - in dem Alter ist man ja weniger reflektiert und saugt alles auf wie ein Schwamm. Deswegen ist das wahrscheinlich auch der richtige Zeitpunkt für belehrende Werke wie Hatschi Bratschi und Struwelpeter (auch ein Begleiter meiner Kindheit). Das kleine Tantchen war außerdem vor allem von den Bilder faszieniert - besonders gut kann ich mich an die Illustration von "Datteln" erinnern. Ich hatte nämlich keine Ahnung was das sein sollte. Ähnlich ging es mir übrigens auch bei meinem ersten Garfield Comic - Lasagne war für mich auch ein sehr befremdliches Gericht und über die Illustrationen so gar nicht nachvollziehbar. Deswegen bin ich heutzutage wahrscheinlich auch so neugierig auf Essen aus aller Welt.
*In der Originalversion ist es ein Türke aus dem Türkenland. Aber ich hatte schon eine "korrektere" Variante.
Samstag, 5. April 2014
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