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Montag, 6. April 2015

Die Leiden der jungen Tante | Umzug




Ich möchte ja jetzt gerade an Ostern mein Leiden nicht mit dem unseres Herrn Jesus Christi vergleichen, aber mein Leben ist jetzt auch nicht leicht. Momentan habe ich nämlich eine wahnsinnig gute Ausrede für diesen allzu stillen Blog (der mir eigentlich doch schon sehr am Herzen liegt, aber meine stiefmütterliche Art im Allgemeinen und Speziellen wurde schon an anderer Stelle erwähnt...):
Ich und er ziehen um. Nach inzwischen jahrelangem Pendeln und mühsamen Überlegungen, haben wir den Schritt gewagt in ein winziges Dorf ohne jeglichen sozialen Anschluss zu ziehen, um unseren Arbeitsort näher zu sein und damit vor allem ich am Abend in ein Heim kommen kann. Dieses ständig zwischen zwei Orten hin- und hergefahre tut einer introvertierten Person wie mir, die dringend einen Rückszugsort braucht, nicht gut und ich hoffe außerdem, dass mit verbesserter Wohnsituation auch etwas mehr Leben hier einzieht. Es gibt nämlich mehr als ein Buch über das ich gerne ein paar Worte verlieren würde und ich denke, die zukünftige soziale Abgeschiedenheit wird die Kommunikation mit den Weiten des Internets noch etwas verlockender gestalten, als sie es sowieso schon ist.





Jedenfalls Umzug. Eher eines von den  mühsamen und undankbaren Abenteuern an deren Ende keine Prinzessin wartet. Und ich bin leider keine von diesen laissez-faire Wunderfräuleins, die während sie leichte Konversations betreiben und ein 7-Gänge Menü zubereiten, nebenher auch noch das bisschen Umzug machen. Ich bin vom anderen Ende des Spektrums - verkrampft, übellaunig, hungrig (weil alles Essbare schon verpackt wurde) und am Schluss funktioniert gar nichts. Ein Tausendsassa auf meinem Gebiet eben.
Ich mag Ordnung. Ich mag es, wenn Ding ihren Platz haben. Und es gibt einfach bei jedem meiner Umzüge den Punkt-of-no-return wo ich mitten im Chaos wohne, egal wie gut ich vielleicht nicht geplant hat. Denn während des fröhlichen-in-die-Kisten-Räumens vermehrt sich auf unerklärliche Weise Zeug, anstatt nach den anerkannten Gesetzen der Physik weniger zu werden. Und ich meine wirklich nur Zeug - man hat nicht plötzlich mehr Bücher, über die man sich freuen kann oder wunderschöne Kleider, die man noch nie gesehen hat. Nein - hier sind lauter Haufen aus Büroklammern, halb abgebrannten Kerzen, Cremetuben, Handspiegeln, vereinzeltem Werkzeug, Zauberstäben, Überraschungseierinhalten und ähnlich unsinnigem Zeug und noch mehr Zeug. Und ich laufe wie eine traumatisierte Obdachlose (authentisch in meiner letztbesten Kleidung, weil die guten Sachen sind ja schon verpackt bzw. müssen für die kommenden Wochen geschont werden, wegen zweifelhafter Waschmaschinen Situation) Slalom zwischen diesen Haufen und murmle zornig Unverständliches vor mich hin. Zusätzlich züchte ich mir hier gerade wahrscheinlich ein (für die traumatisierte Obdachlose ebenfalls authentisches) Alkoholproblem an, weil mich erstens die Verzweiflung immer früher zur Flasche greifen lässt und zweitens auch der praktische Gedanke, dass alles was leer ist nicht umgesiedelt werden muss. Ha!


Mittwoch, 31. Dezember 2014

Prosit Neujahr ihr kleinen Schneehasen!



Nachdem ich gerade meine Nägel mit glitzerrotem Nagellack bestrichen habe um mich wahrscheinlich in der nächsten Stunde schlafen zu legen, dachte ich mir, dass ich in diesem hilflosen Zustand (mit frisch lackierten Nägel ist man wehrlos wie ein frischgeborenes Fohlen) genau so gut etwas tippen könnte. Aber sicher keinen Jahresrückblick, weil wie viel Zeit haben wir? Mein Leben ist ungeheuer komplex und vielschichtig. Aber hier ein paar Higlights der letzten Tage beziehungsweise hauptsächlich von gestern:

Seit dem 23. Dezember habe ich ganz allein 7 Flaschen Freixenet ( den in der schwarzen Flasche. nichts anderes kommt mir in die Sektflöte!) getrunken. Die achte Flasche ist gerade in Arbeit. Und es ist vielleicht bigott und kleinkariert, aber ich sage es laut und stolz: ich liebe Sekt! Sekt ist der Champagner der kleinen Tantchen.

Nachdem ich seit einem Jahr so gut wie vergetarisch bis vegan lebe, hab ich gestern versucht souverän Rinderknochen beim Fleischhauer (= Metzger) zu kaufen. Das ist eigentlich keine große Kunst, aber ich wollte wie jemand wirken der ständig nach Knochen von toten (nona!) Tieren verlangt und dann fröhlich mit den diversen Knochen klappert. Aber insgesamt hab ich wahrscheinlich eher verängstigt gewirkt. So als wollte ich Knochen für eine absurde kultische Feier und nicht für eine Suppe.

Damit noch kein Ende der Fleischgeschichten. Ich wollte dem Onkelchen Lungenbraten als Neujahrsmahl vorschlagen und hab einen sehr entsetzten Blick geerntet. Lunge sei nämlich nicht zum Essen gedacht. Warum weiß ich nicht so genau, aber mit Lungenbraten meint man in Österreich nicht die Lunge sondern die Lende. Wir sprechen nämlich quasi Latein und lumbus heißt Lende. Und von lumbus zu lunge ist es nur ein kleiner Sprung. Alles klar?

Feuerwerkskörper waren so ein anderes österreichisches Phenomän. Anscheinden braucht man seit ungefähr zwei Jahren eine spezielle Konzession um so gefährliches Zeug zu verkaufen. Und wenn die Tschechei in der Nähe ist, dann verzichten die Ösimenschen ganz auf diesen Unsinn. Weil die Tschechen brauchen keine Konzession und billiger ist es auch. Für diese Information(en) musste ich bloß mit drei wildfremden Menschen sprechen. Unter anderem mit Angelina. Die war sehr nett.

So. Das wars hier mit dem Jahr 2014. Ich denke das ist ein würdiger Abschluss für meinen eher stiefmütterliche Art diesem Blog gegenüber. Andererseits bin allgemein einfach eher stiefmütterlich, also ist das hier schon eine runde Sache.

Prosit Neujahr!








Sonntag, 8. Dezember 2013

Die Königin des Scheiterns - etwas Geraunze und Gerotze als Zwischenspiel



Am Ende (des Jahres) werden wir ja alle reflektierter - deswegen haben wir ja Weihnachten erfunden. Damit all diese Reflektiererei durch Glitzer, Lichter und andere Albernheiten möglichst kurz gehalten wird. Bitte nicht falsch verstehen - ich liebe Glitzer, Lichter und Albernheiten. Ich finde es großartig, dass es jedes Jahr möglich ist zumindest einmal auch mit über 30 ernsthaft Glitzer zur Schau zu tragen - momentan sind zum Beispiel meine tannengrün lackierten Nägel noch zusätzlichen mit güldenem Glitzer verziert: Total festlich und macht beim Tippen unheimlich Freude.

Aber zurück zur Reflektion. Ich bin eine schlechte Buch-Bloggerin. Übel. Miserabel. Zum Haare raufen. Ich lese einfach zu wenig. Und nicht jedes Buch, dass ich lese, schafft es auf diesen Blog. Und das hat gar nichts damit zu tun, ob mir das Buch gefallen hat oder nicht. Neil Gaimans "The Ocean at the End of the Lane*" habe ich zum Beispiel großartig gefunden.
Es kann sein, dass ich es nicht ganz verstanden habe, weil ich die düstere Vermutung habe, dass da eine "Botschaft" versteckt war. Ich habe es nämlich relativ rasch mit großer Begeistrung so vor mich hingelesen und mich sogar richtig gegruselt, aber dann bin ich über das Ende gestolpert und ich war mir nicht mehr sicher, was ich da eigentlich gelesen habe. Ich finde es weiterhin großartig, aber darüber schreiben möchte ich nicht - weil entweder würde das eine extrem tollpatschiger Versuch werden, die diversen Zwischentöne zu interpretieren oder ich wäre nach drei Sätzen fertig und das würde dem Buch ein großes Unrecht antun.



Und ich werde nicht anfangen, gelesene Seitenzahlen anzugeben (gääähn) oder Sätze wie "Das Cover
ist sehr schön und passt zum Buchtitel" zu schreiben, nur um ein bißchen Text zu haben. Dabei bin ich durchaus jemand, der mal ein Buch nach Cover kauft um dann enttäuscht zu werden. Jedes Mal ist das Cover schwarz-weiß-grau gestaltet und jedes Mal ist dann die dahinter versteckte Geschichte eher mau. Also Covergestaltung ist grundsätzlich eher nebensächlich, außer bei diversen Jane Austen Ausgaben, die ich am liebsten alle haben würde und keine einzige besitze. Und dann gibt es da noch diese Penguin Clothbound Classics Serie... Wunderschön. Und dann gibt es natürlich besonders liebevoll gestaltete Bücher, wie die Fairyland Serie von Catherynne M. Valente. Das erste Buch habe ich hier vorgestellt und nachdem ich seufzig und sehnsuchtsvollig getan habe, hat mir das Onkelchen den zweiten Band geschenkt. Steht auf sehr dekorativ auf meinem Schreibtisch. Gelesen habe ich es noch nicht und das wird diese Jahr auch wohl nichts mehr.

Apropos Jane Austen. Ich habe ja hier einsam und alleine das Projekt "Die Austen Abenteuer" laufen, weil ich eine Mission habe. Jane darf nicht vergessen werde und die Kunde ihre Bücher muss verbreitet werden. Mein perfider Plan war, dieses Jahr alle von ihr geschriebenen Werke hier vorzustellen und mich dann nächstes Jahr in die Welt der auf ihren Geschichten basierenden Bücher zu wagen, von denen es viele gibt (eines der bekanntesten ist der Film "Clueless") und vor denen ich als Puristin immer die Nase gerümpft habe - also eine kleine Herausforderung an mich. Aber obwohl die Anzahl der Bücher überschaubar ist, werde ich dieses Projekt wohl mit ins nächste Jahr nehmen. Aufgeben werde ich es nicht - so eine Mission lässt sich nicht so leicht abschütteln.

Diverse Weihnachtsbasteleien liegen hier auch so auf halber Strecke müde herum. Die fertig (!) gestrickte Mütze wartet noch auf den krönenden Pommsel, mein eigener Schal wartet noch auf so einiges und diverse Wollknäuel fragen sich, ob das Leben in runder Form nicht doch auch total lebenswert ist. Eine indische Gewürzdose fragt nach ihre Füllung und ich frage mich, ob indische Gewürzdosen ohne Inhalt nicht auch total schick sind. Mit Staffel 7 von Dr. Who bin ich jetzt aber fertig, den Film im Kino habe ich verpasst. Es gibt nächstes Jahr wohl noch so einiges zu tun.









*bisher noch nicht auf Deutsch erschienen?



Sonntag, 29. September 2013

Wenn eine eine Reise tut...


... dann hat sie was zu erzählen. Hoffe ich zumindest. Ich werde jedenfalls in den wohlverdienten Urlaub fliegen und vielleicht noch ein paar spätsommerlich/herbstliche Sonnenstrahlen antreffen. Nach Portugal gehts übrigens und vielleicht gibts ja dann auch ein paar schöne Bilder...

Gelesen habe ich in letzter Zeit nicht allzu viel. Ich habe "Cross Stitch" - Band 1 der Outlander Serie von Diana Gabaldon - angefangen, nachdem ich eine euphorische Bemerkung (anscheinend wird diese Serie verfilmt) bei Mila von 100Bücher gelesen habe und das ganze eigentlich recht ansprechend geklungen hat. Kurz: Junge Frau  (Claire) fällt durch ein Zeitportal (Stonehenge) und findet sich im Schottland von vor 200 Jahren wieder und auch gleich in den Armen eines jungen attraktiven Schotten. Der üble englische Gegenspieler ist ein Vorfahre ihres Mannes, der diesem auch wahnsinnig ähnlich sieht. Das moralisch Dilemma wie jetzt junge (in der Zukunft) verheiratete Frau mit dem schönen Schotten ohne schlechtes Gewissen ...ähm... sich vereinigen kann, wurde gerade eben durch erzwungene Heirat gelöst.
Jedenfalls bin ich mir nicht ganz sicher auf was ich mich da eingelassen habe... Nach anfänglichem Schwung kommt mir das ganze momentan etwas arg träge vor und da sind ein paar  unterschwellige Nebentöne, die mir nicht so ganz geheuer sind, aber man wird sehen. Ich bin ja erst auf Seite 289 von 863.
Wenn ich über Zeitreisen (speziell ungeplante) lese, frage ich mich immer wie es mir da so ergehen würde und ich kann nur sagen schlecht. Das größte Problem wäre meine doch recht starke Kurzsichtigkeit. Ich bin bitte Kontaktlinsenträgerin und trage nicht ständig ein Notfallpaket mit Kontaktlinsenflüssigkeit und Brille mit mir rum (was mir schon in der Gegenwart saublöde Situationen beschehrt hat). Jedenfalls kann man mir gleich einen Stock und Blindenhund in die Hand drücken, wenn man mir meine Seehilfe nimmt. Und dann habe ich so gar kein nützlich einsetzbares Wissen - die zeitreisende Claire bei Cross Stitch ist zum Beispiel Krankenschwester und interessiert sich in ihrer Freizeit für Kräuter und ihre verschiedenen Anwendungen. Und schon ist man unentbehrlich für rauflustigen Schotten. Ich hätte jetzt ein abgeschlossenes Kunstgeschichte Studium im Repertoire... Ich habe das Gefühl, dass mich die Schotten in irgendeinem Graben verhungern lassen und mich sicher nicht mit dem attraktivsten Jüngling der Burg verheiraten würden. Und eine Toilette wurde bisher übrigens auch nicht erwähnt...

Und dann lese ich auch noch "Mr. Rosenblum's List or Friendly Guidance for the Aspiring Englishman" von Natasha Solomon. Ein lustig-melancholisches Buch über einen von den Nazis vertrieben Juden, der anhand einer Liste versucht englischer als die Engländer selbst zu sein. Da kann ich eigentlich jetzt schon eine Leseempfehlung aussprechen.

Also dann - föhliches Lesen und anderer Flitter & Albernheiten, bis in frühestens zwei Wochen :)






Sonntag, 11. August 2013

Hiatus...


Keine Muse, keine Zeit um Meinungen über Bücher zu haben. Momentan ist nur das Konsumieren von Buchstaben möglich. Ein, zwei Sachen die mir sonst noch gefallen, möchte ich aber doch hier lassen.


Ein  sehr prätenziöses Video von Jay Z (Picasso Baby) zu dem Lied "22" von Taylor Swift....






DENA - Cash, Diamond Rings, Swimming Pool


Sonntag, 23. Juni 2013

Leseflaute...


Irgendwie hatte ich in letzter Zeit ein bißchen Pech mit meiner Bücherwahl. Da war alles eher so naja und nichts hat mich wirklich in irgendeiner Weise berührt oder sonst gut unterhalten. Aber nachdem ich sonst nichts erlebt habe, erzähle ich mal, was ich lieber nicht gelesen hätte...



Weil ich eigentlich ganz gerne Krimis lese, so zwischendurch für die leichte Unterhaltung, habe ich vor kurzem den ersten Band der Krimireihe "Mrs. Murphy" von Rita Mae Brown (und ihrer Katze Sneaky Pie Brown...) gelesen. Auf Deutsch heißt das ganze "Ein Fall für Mrs. Murphy" und der erste Band "Schade, dass du nicht tot bist". Das Buch spielt in einem kleinen Ort in Virigina, wo Mary Haristeen das örtliche Postamt leitet und auch Besitzerin der Katze Mrs. Murphy und des Hundes Tee Tucker ist. Man kann an dieser Stelle erraten, dass hier nicht nur die Menschen Kriminalfälle lösen, sondern auch die Tiere mit ihrer eigenen Stimme ausgestattet werden und mühsam versuchen ihre menschlichen Besitzer in die richtige Richtung zu lotsen. Im ersten Band wird man am Anfang hauptsächlich mit den verschiedenen Bewohnern der Kleinstadt verwirrt, die Schlag auf Schlag ihren Auftritt im Postamt haben. Nachdem ich mich einigermaßen orientiert hatte, war das Mysterium um zwei Todesfälle eigentlich auch schon wieder aufgelöst - ein Umstand der mich weniger gestört hat, da ich ja auf der Suche nach leichter Unterhaltung war. Auch die Aufzählung von gefühlten hundert Namen auf den ersten Seiten ist zu verkraften, besonders da es sich ja um eine doch erfolgreiche Krimireihe handelt. Das heißt in Zukunft könnte man die Bücher dann schon mit einem gewissen Vorwissen betreten und sich mehr auf die Handlung konzentrieren. Der Punkt, der mich aber davon abhalten wird einen weiteren Mrs. Murphy Krimi zu lesen, sind die diversen Lebensweisheiten, die so locker flockig dazwischen gestreut werden - sei es von der Katze oder den Menschen. Da wird auf sehr platte und einfache Weise eine Seite über Religion philosophiert und auch mal festgestellt, dass Leute die keine Katzen mögen Faschisten sind (beides "Menschenmeinungen"). Die Katze regt sich inzwischen schon einmal darüber auf, dass junge Menschen heutzutage nicht mehr wissen was wirkliches Arbeiten heißt. Wirklich? Eine Katze legt Wert auf Arbeit? Wo sie kurz zuvor noch darüber lamentiert hat, dass Menschen den Kontakt zur Natur verloren und ihre Prioritäten falsch (eben auf Geld & Karriere) setzen. Nein, Danke Rita Mae Brown - auf diese unterschwelligen Predigten kann ich gut verzichten.


John Saturnall's Feast (deutsch: Das Festmahl des John Saturnall) von Lawrence Norfolk habe ich ein wenig unter falschen Voraussetzungen gelesen. Der Klappentext hat von einer Frau, die als Hexe verfolgt wurde, einem geheimnisvollen Buch und einem Erbe für ihren Sohne gesprochen. Daher habe ich mehr "Fantasy" und weniger Historienroman erwartet, was es aber schlußendlich war. John Saturnalls Mutter, eine Kräuterfrau, wird aufgrund mehrer Todesfälle und einem religiösen Fanatiker aus ihrem Haus vertrieben und stirbt in der Kälte. Ihr Sohn kommt nach Buckland Manor, wo er in der Küche arbeitet und Dank seines herausragenden Talents bald einen kometenhaften Aufstieg schafft. Aber da ist noch seine unerreichbare Liebe, ein Bürgerkrieg und viele unbeantwortete Fragen.
Streckenweise war das Buch richtig gut  - besonders der Anfang war spannend und später haben mir die Beschreibungen der Großküche wirklich gut gefallen. Nur hatte ich hier das Gefühl, dass das Buch nicht genau weiß, was es sein will: Eine Geschichte über einen vergessenen Kult, über falsche Prohpheten oder doch eine Liebesgeschichte? Der Autor hat zwar versucht all diese verschiedenen Ezählstränge zusammenzuführen, aber es hat mich irgendwie nicht überzeugt und manche Fragen wurden nur unbefriedigend beantwortet. Um bei dem Thema des Buches zu bleiben: satt wird man hier nicht.


Nebenbei habe ich noch "Die Bibel nach Biff: Die wilden Jugendjahre von Jesus, erzählt von seinem besten Freund" von Christopher Moore gelesen. Ein fast 600 Seiten dicker Wälzer, der auf humoristische Art versucht die Zeit zu beschreiben, bevor Jesus DER Messias wurde. Jesus reist hier zu den drei Weisen, die zu seiner Geburt da waren und diese weisen ihn in die verschiedenen Weltreligionen ein, aus deren Quintessenz sich dann Jesus seine eigene Wahrheit zusammenreimt. Mit dabei ist seine verkommener Freund Biff, immer mit einem flotten Spruch auf den Lippen (Biff hat den Sarkasmus übrigens erfunden). Vielleicht ist meine momentane Leseunzufriedenheit daran Schuld, aber ich habe das Buch einfach nicht lustig gefunden. Es ist gut recherchiert, aber ich musste vielleicht zweimal schmunzeln. Wahrscheinlich tue ich dem Buch wahnrsinnig unrecht, aber es war großteils einfach langweilig. Böse gesagt, ist es ein offensichtlicher und gescheiterter Versuch Douglas Adams zu sein.





So jetzt aber genug gejammert. Ich hätte die Bücher ja einfach früher beiseite legen (also zumindest die dicke Biff Bibel) und etwas anderes lesen können. Ich werde mich vielleicht jetzt einmal vorsichtig auf bekannteres Terrain zurückziehen, vor meinem nächsten Ausflug in die Gegenwart, aber würde mich natürlich über Empfehlungen aller Art freuen.








Sonntag, 26. Mai 2013

Saturday Night Fever




Herein spaziert, herein spaziert, meine Damen und Herren! Lassen sie sich berauschen von Glanz und Gloria mit Tee und Häkelsachen. Nichts für schwache Nerven...


Nach längerer Zeit wieder einmal etwas anderes, ein kleiner Einblick in mein aufregendes Leben sozusagen. Ich habe ein Buch fertig gelesen und zwar "Three men in a boat" von Jerome K. Jerome, aber ich habe irgendwie nicht viel dazu zu sagen. Ein Klassiker des englischen Humors, der sicher lesenswert ist, aber mich jetzt auch nicht vor Lachen nach Luft schnappen ließ. Eine schöne leichte Lektüre für zwischendurch und vielleicht eine besondere Empfehlung für Hundefreunde, einfach weil mich der Hund Montmorency am meisten begeistert hat.

Jedenfalls habe ich diesen Samstag meinen shuyao teamaker inklusive 17 Teepröbchen von der Post geholt und das Ding gleich mal ausprobiert. Spaß, Spaß, Spaß ist mein Wochenendmotto...
Angefixt dazu wurde ich übrigens von meiner neuen Youtubeliebe namens Steffi aka SternchenStar2010, die wunderbare, ewig lange Videos über Bücher und alles mögliche andere macht und der ich stundenlang zuhören könnte. Unser Büchergeschmack überschneidet sich allerdings nur bedingt, aber man sollte ja auch mal über den eigenen Tellerrand schauen, nicht wahr?
Jedenfalls hat sie dieses shuyao Dingens hier vorgestellt (sie hat wiederum durch eine andere Youtuberin davon erfahren) und ich habe sofort die Ohren gespitzt. Nachdem ich eine leidenschaftliche Teetrinkerin bin und zumindest momentan viel unterwegs, war das einfach perfekt - speziell da es echt schwierig ist einen wirklich dichten Thermobecher zu finden. Jedenfalls bin ich eine Weile um das Ding herumgeschlichen (also virtuell auf der Webseite) und habe mir dann das Starterset bestellt und bis jetzt (nach doch einem ganzen Tag) bin ich durchaus überzeugt mir da etwas Gutes gegönnt zu haben. Also der Becher ist dicht, liegt gut in der Hand und der Tee fließt total angenehm "weich" aus dem Becher (klingt komisch, ist aber so). Zu den Tees kann ich jetzt noch nicht so viel sagen. Ich hätte mir etwas mehr Schwarztee gewünscht, aber gut.












Die kleinen Teeportionen verbleiben (eingebautes Sieb machts möglich) die ganze Zeit im Wasser und laut Anbieter bittern sie nicht nach und lassen sich bis zu 5x aufgießen.  Das funktioniert angeblich deswegen, weil der Tee aus ganzen Blättern besteht und diese ihre Aromen nicht ganz so schnell abgeben, weil es weniger "Bruchstellen" gibt - so oder so ähnlich zumindest. Ich stehe der mehrmaligen Aufgießerei etwas skeptisch gegenüber, kann aber noch keine feste Meinung dazu abgeben. Bisher hab ich nur einen Tee ausprobiert - fruit delight (Zitronengras, rote Beere, Früchte). Hat sehr interessant nach Zitronengras mit einer leichten Kaugumminote (Bazooka) geschmeckt. Beim zweiten Aufguß hat man eigentlich nur mehr das Zitonengras gemerkt und der dritte Versuch war dann schon mehr als langweilig. Bitter war der Tee jedenfalls nie. Hat jemand Erfahrung mit shuyao? Vielleicht Teeempfehlungen für mich? Eigentlich ist ja Schwarz- und Grüntee vor allem meine Welt.
Ein Buch mit Tee in einer gewichtigen Rolle möchte ich an dieser Stelle aber auf alle Fälle empfehlen, weil es eines meiner Lieblingsbücher ist:





Aber Tee war nicht die einzige Aufregung diese Wochende! Ich habe auch mein erstes Häkelpüppchen fertig gestellt (Muster findet man hier bei Etsy. Die Nahtstellen sind noch mehr als holprig (der Schal ist bitter nötig um das Übelste zu kaschieren), aber insgesamt bin ich doch recht stolz auf mein Werk. Es wird jetzt bald die Reise zu einer süßen, kleinen Anverwandten antreten, die hoffentlich noch nicht kräftig genug ist, meine "Zusammennähkünste" wirklich zu testen.


Lalylala Drache Dirk


Und bitte - hat jemand gewußt, dass Oregano in solchen Familienpackungen gibt? Ein Wahnsinn. Das wird mir, die ich den Oregano-geht-immer-Zwang habe, das Leben ungemein erleichtern.


























Montag, 17. Dezember 2012

Weihnachtliche Camouflage





Hypnotic Red (L'Oreal Caresse) / Certainly Red (Revlon) / Lady Bug (MAC) / Ruby Woo (MAC) / Chili (MAC)

Hier ein eine kleine Parade der roten Lippenstifte, die mit mir zu den familiären Feiertagen kommen dürfen. Es hat mich Schweiß und Tränen gekostet, diese fünf auszuwählen. Die übertrieben geschminkten Teufel auf meinen Schultern versuchen mich noch immer zu überzeugen, dass doppelt so viele Lippenstifte gleich doppelt so schön und damit doppelt so viel Spaß bedeuten. Aber die moderne Frau reist mit leichten Gepäck. Und übrigens - nur weil ich nicht fotografieren kann, sehen die alle so gleich aus. Dabei sind die sowas von unterschiedlich. Und alle ganz toll und empfehlenswert. Warnungen muss ich nur bei Ruby Woo und Chili aussprechen... Ruby Woo ist matt und wunderschön und trocknet die Lippen aus wie ein Sandsturm. Man muss also lippenpflegetechnisch ziemliche Vorarbeit leisten und dann immer wieder mal kontrollieren, weil wenn er dann mal von den Lippen verschwindet (hält eeeeeeewig), dann krallt er sich unbarmherzig an den trockenen Stellen fest. Nicht so schön.
Chili ist mir noch ein Rätsel. Ebenfalls matt und so ein tolles Terracotta - Ziegel - Rot (????).  Sehr edel auf alle Fälle. Nur der rutscht irgendwie und verursacht einen "Spaghettisauceneffekt" um die Lippen. Ich habe noch keinen Plan, wie ich den im Zaum halte, aber ich werde einen Weg finden. Hab ja sonst nichts zu tun.

P.S. Rote Lippenstifte machen sich nicht nur im Kontrast zum weihnachtlichen Tannengrün hervorragend, sondern schmücken auch den tristen Alltag. Sorgfältig Lippenstift auftragen und dann der mutige Griff zum Staubsauger. Niemals war der Haushalt glamouröser! Ich persönlich bin auch stark am überlegen mir ein Krönchen anzufertigen.